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Dokumentation – In die Online-Charts kaufen

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Hier jetzt mal ein Thema, was sich zwar auf Deutsch-Rap bezieht, man aber 100 % davon ausgehen kann, dass dies eventuell auch abseits davon so gemacht wird. Denn der YouTube Kanal „Y-Kollektiv“, des öffentlich rechtlichen Angebots von Funk, veröffentlichte vor Kurzem eine Dokumentation, wie man sich in die Online-Charts bei Spotify & Co. an die Spitze kaufen kann.

Manipuliert wurde schon immer

Das Thema ist nicht wirklich neu und eigentlich stehen die Vorwürfe schon länger im Raum. Denn schon zu Zeiten von Vinyl und CD-Verkäufen, wurde immer wieder an den Charts manipuliert. Damals musste man die Absätze bei den Verkäufen von Alben oder Singles hochpushen. So manipulierten Labels die Platzierungen in den Charts, in dem sie die Musikträger in den Geschäften aufkauften. Am Ende wurde durch die Chartplatzierung der Bekanntheitsgrad der entsprechenden Interpreten und Musiker vergrößert, was eventuell wieder zu mehr Abverkäufen führte. Warum soll es also bei digitalen Charts anders sein?

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Im Bereich des Social-Media wird seit den ersten Fanseiten auf Facebook mit Likes und Klicks beschissen. Auch heute noch kann man sich ohne Probleme Follower auf Instagram, Likes auf Facebook oder Streams auf SoundCloud kaufen. In einer Welt, in dem Status und Erfolg mit digitalen Währungen wie Follower und Likes gleichgestellt wird, ist es ganz klar, dass es immer wieder Leute gibt, die manipulieren, um schnell oben mitspielen zu können. So ist von da, nur noch ein kleiner Sprung, um irgendwelche Online-Charts zu manipulieren.

Nur im Deutsch-Rap?

Vielleicht wird die Dokumentation „Der Rap Hack: Kauf dich in die Charts!“ des „Y-Kollektiv“ die Musiklandschaft in Deutschland etwas erschüttern. Das Potenzial ist da, denn der Markt für Deutsch-Rap boomt seit Jahren. Selbst Erfolge, wie das Autotune-Massaker des Modern Talking Remake von „Cherry Lady“ des Rappers Capital Bra, mit fast 36 Millionen Aufrufen nur auf YouTube, lässt manch andere Tracks mit solchen Zahlen alt aussehen.

Aber vieles wirft mittlerweile im Rap-Game auch Fragen auf, die mithilfe der Dokumentation eventuell beantwortet werden können. Und auch abseits des Deutsch-Rap stellt sich die Frage, wer da vielleicht noch alles nicht ganz sauber bei der Sache ist. Wird auch im Bereich der elektronischen Musik beschissen? Im EDM Bereich kann man sich das recht gut vorstellen, da dies ein weltweiter Massenmarkt ist. Und was ist im Bereich der elektronischen Clubmusik, des Techno und Techhouse los? Greifen auch hier Labels, Agenturen oder gar Künstler selbst auf solche Mittel zurück?

Angesicht der immer mehr und mehr entstandenen Fokussierung und Vermarktung von Namen, würde mich da gar nichts mehr wundern. Und euch?

YouTube-Direktlink: Der Rap Hack: Kauf dich in die Charts!

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Über den Autor

Grille

Über den Autor: Er ist der kreative Kopf hinter der Frankfurter Toxic Family und ist als Künstler und Veranstalter seit Jahren im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Hier auf toxicfamily.de schreibt und berichtet er vor allem über seine Leidenschaft zur elektronischen Musik und der Club- und Event-Szene. Einmal in der Woche meldet er sich im Newsletter der Toxic Family, auch schon mal etwas persönlicher zu Wort.

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