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MOMEMtmal – Echt jetzt Frankfurt?

Anmerkung: Dieser Kommentar und Satirische-Unterton spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider.

Es gibt vieles, über was man nur den Kopf schütteln kann. Auch Frankfurt ist davor nicht gefeit und aktuell sitze ich mit verzogenem Gesicht vorm Rechner und lese die aktuellen Artikel zur Problemlage des geplanten Techno-Museums MOMEM.

Wir hatten zur Problematik der Anschubfinanzierung bereits hier auf der Seite berichtet und leider bestätigt sich nun, was zu befürchten war. Das alles wird wohl nichts. Die Politik stellt sich quer und ruht sich darauf aus, dass man die Räumlichkeiten an der Hauptwache bereits kostenfrei zur Verfügung gestellt hätte. Aber das war es dann auch schon mit dem Entgegenkommen. Na ja, so ein Museum ist nun mal auch etwas umfangreicher, als einfach mal eine Plakette an einen DJ für seine Verdienste zu verleihen, so wie bereits Talla 2XLC eine Ehrenplakette der Stadt Frankfurt und Sven Väth die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt erhalten hatte.

Jaaaaa, lasst uns im Antlitz der Errungenschaften zur elektronischen Musik dieser DJs baden. Lasst uns so tun, als ob uns die Musikkultur dieses Genres und die Musikhistorie dieser Stadt wahnsinnig viel bedeuten würde. Aber bitte nur soviel, dass man sich kaum bemühen oder umfangreicher aktiv werden muss.

Liebe Stadt Frankfurt, bzw. Ihr Politiker, die Ihr diese verwaltet, hört doch mal auf, Geld aus dem Fenster zu schmeißen, indem Ihr z.B. Projekte wie die Sperrung des nördlichen Mainufers durchsetzt. Nur um dann festzustellen, dass dies noch viel mehr Verkehrschaos zur Folge hat. So etwas hätte jeder Dreijährige im Vorfeld voraussagen können. Aber nein, diese Weitsicht fehlte ja leider.

Weitsicht fehlt eventuell auch bei dem Projekt MOMEM. Bereits die Ankündigung des Techno-Museums, welches sich ja nicht nur auf die Frankfurter History beziehen möchte, hatte für weltweite Schlagzeilen und Interesse bei Musikbegeisterten gesorgt. Denn es wäre das erste Museum seiner Art.

Ach wie wäre es schön, wenn man Frankfurt abseits des schnöden Mammons aus Geld und Banken mit einem Museum wie diesem in Verbindung bringen würde. Ein Museum, welches mit neuen Ideen und Ansätzen mit der Zeit gehen möchte und abseits schon bestehender Museumskultur für frischen Wind sorgen will.

Ja sicher, vieles was die Museumsmacher vorhaben, ist noch in der Ausarbeitungsphase und sicher wird auch nicht alles am Ende so umgesetzt werden können, wie die reichlichen Ideen sprudeln. Aber die aktuellen Querelen über eine Anschubfinanzierung und das politische Theater dahinter, ist so unfassbar unwürdig solch einem Projekt gegenüber.

Überhaupt hätte ich viel mehr Unterstützung erwartet. Hat denn wirklich niemand die Weit- und Einsicht zu erkennen, was man aus diesem Projekt machen könnte und welchen Einfluss dies für Frankfurt als Kulturstandort in der Welt haben könnte? Fakt ist nun mal, dass in den goldenen Zeiten der 90s Frankfurt einer der großen Impulsgeber in Sachen elektronischer Musik, Club- und dessen Lifestylekultur war. Das Frankfurt dies nicht mehr ist, das hat viele Faktoren, sollte aber keine Rolle spielen, wenn man ein Projekt wie das MOMEM umsetzen könnte.

Die Vielfältigkeit an Ideen, die auch abseits des normalen Museums-Alltags existieren könnten, wären eventuell auch wieder ein Dreh- und Angelpunkt für internationale Gäste, wie es seinerzeit ein Dorian Gray geschafft hatte. Selbst jetzt schon besuchen immer mehr internationale Gäste das Frankfurter Tanzhaus West, weil sich dieses in den letzten Jahren mühevoll einen Namen außerhalb lokaler Grenzen gemacht hat.

Ein Projekt wie das MOMEM generierte jetzt schon viel internationale Aufmerksamkeit. Daher sollte die Stadt dieses aktiv mehr unterstützen, statt es kleinbürgerlich zu boykottieren. Damit Frankfurt einen weiteren kulturellen Höhepunkt erhält. Aber was zählt schon meine Meinung, wenn Politiker, egal wo man hinschaut, noch nicht einmal essenzielle Dinge auf die Reihe bekommen. Also wird dieses Trauerspiel wohl weiter gehen, und ob die Betreiber das Projekt am Ende stemmen können, das ist noch die Frage.

Aber wenn, dann sind sie sicher alle wieder da, um sich pressewirksam in Szene zu setzen. All die Politiker, die sich so gerne im Antlitz der Errungenschaften anderer präsentieren.

Als kurze Anmerkung sei hier noch erwähnt, dass jedes Jahr massiv viel Geld per Institutionelle oder Projektbezogene Förderungen an Kulturprojekte, Museen, Verbände oder Kulturvereine gehen. Es scheint also durchaus genug Geld in den Kassen zu existieren. Das zeigen auch die teils gezahlten Summen, die von kleinen Beträgen im Tausender- bis in den sechsstelligen Bereich gehen kann. Wer sich selber dazu mal schlaumachen möchte, kann dies hier tun: www.kultur-frankfurt.de

Die Stadt Frankfurt fördert Kultur also durchaus und das nicht zu knapp. Aber vielleicht ist so ein Techno Museum ja nicht Kultur genug.

Just my 2 cents

Über den Autor

Grille

Über den Autor: Er ist der kreative Kopf hinter der Frankfurter Toxic Family und ist als Künstler und Veranstalter seit Jahren im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Hier auf toxicfamily.de schreibt und berichtet er vor allem über seine Leidenschaft zur elektronischen Musik und der Club- und Event-Szene. Einmal in der Woche meldet er sich im Newsletter der Toxic Family, auch schon mal etwas persönlicher zu Wort.

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