Update: Statement zur Polizeiaktion im Tanzhaus West am 17.01.2015

Einige von Euch haben es vielleicht schon mitbekommen. Denn in der Nacht von Freitag dem 16.01. auf Samstag den 17.01.2015 fand gegen 2:00h morgens im Tanzhaus West und Dora Brilliant eine „präventive Polizeiaktion zur Gefahrenabwehr“… umgangssprachlich auch Razzia genannt… mit weit über 100!!! Polizisten statt.

Zum Zeitpunkt der Polizeiaktion befanden sich ca. 350 bis 400 Gäste auf dem Gelände.  Die Veranstaltungen wurden abgebrochen, der Zugang zu den Räumen abgeriegelt, und alle Gäste der zwei Veranstaltungen, eine davon eine Abiparty, wurden einzeln durchsucht. Die Polizeiaktion endete gegen 6:00h morgens. Eine Stellungnahme der Behörden zum Ergebnis dieser Maßnahme gibt es bisher noch nicht. Wie geplant konnte aber am nächsten Tag die Veranstaltung Colours stattfinden.

Matthias Morgenstern, Inhaber der beiden Musikclubs, zeigte sich in einem Statement bestürzt:

Ich bin doch sehr verwundert über den Umfang und die Art und Weise dieses Polizeieinsatzes, und stelle mir die Frage, welcher Zweck und welche Ziele mit dieser Aktion verfolgt werden sollen. Sowohl von meiner Seite aus, als auch von Clubs am Main, dem regionalen Netzwerk für Club- und Veranstaltungskultur, wurde stets mit den Behörden kommuniziert um im Sinne des „Frankfurter Wegs“ kooperativ sinnvolle Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität und für die Prävention zu ergreifen. Unser Engagement in dieser Sache ist der Frankfurter Stadtpolitik bekannt und wurde in der Vergangenheit sowohl von den Ämtern als auch von der Polizei positiv bewertet. Leider kann ich nicht erkennen, inwieweit die Maßnahme vom Wochenende zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. Vielmehr scheint mir hier ein Rückfall in alte Denkmuster der Repression und Abschreckung vorzuliegen, der vorrangig zur Kriminalisierung von Partygästen führt, großen politischen und wirtschaftlichen Schaden hinterlässt und der in der Sache niemandem weiter hilft.

Obwohl es nun vermutlich nicht einfacher wird, werden wir natürlich auf allen Ebenen weiter das Gespräch suchen. Solche, unserer Meinung nach kontraproduktiven Maßnahmen sind zu vermeiden, um nachhaltig wirksame Schritte zur Kriminalitäts- und Gesundheitsprävention ergreifen zu können und auch weiterhin die Rahmenbedingungen für eine lebendige Clubkultur in Frankfurt zu erhalten.

Update 21.01.2015: Heute wurde das Statement vom Tanzhaus West mit erweiterten Text  als offizielle Pressemitteilung verschickt. Hier der erweiterte Text.

Zwischenzeitlich hat die Polizei per Pressemitteilung als Ergebnis der Aktion (wir berichteten) bekanntgegeben, dass neben den leider erwartbaren BtmG-Delikten, auch mögliche Ordnungswidrigkeiten aus den Bereichen Jugend- und Nichtraucherschutz festgestellt wurden. Hierzu stellt Matthias Morgenstern fest: „Natürlich war und ist das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Gäste für uns die erste Priorität! Bedauerlicherweise gab es trotz zusätzlich eingesetztem Kontrollpersonal bei der an jenem Abend stattfindenden Abiturientenparty einige – offensichtlich erfolgreiche – Betrugsversuche im Zusammenhang mit den sogenannten Mutti-Zetteln, die es Jugendlichen in gewissen Grenzen erlauben, nachts auszugehen. Diese Art der Veranstaltung ist im Tanzhaus West ohnehin sehr selten, und der Vorfall wird in der Konsequenz dazu führen, dass sie zukünftig nicht mehr in dieser Form bei uns stattfinden werden. Hinsichtlich der möglichen gewerberechtlichen Verstöße werden wir selbstverständlich mit den zuständigen Behörden vollumfänglich kooperieren, und sofort nach Kenntnis der Einzelheiten alles zur Abstellung möglicher Mängel unternehmen, auch wenn es sich nur um Details handeln sollte. Ob es für die Erlangung dieser Erkenntnisse allerdings wirklich eines über einhundert Mann starken Polizeitrupps bedurfte, möchte ich nach wie vor in Zweifel ziehen. Dafür hätte auch eine reguläre Gewerbekontrolle mit zwei Beamten ausgereicht.

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12 Antworten

  1. Kevin sagt:

    Was soll man dazu noch sagen.. da is man 15 Minuten in der Dora hat grad seine Jacke abgegeben und dann sowas.

  2. Ich denke sowieso das momentan solche einsätze zeigen wie dreist der staat und teilweise auch somit der elektronischen club kultur schaden zusetzt indem man nach vermutungen und vorher abgefangen party ansetzenden partymitgliedern die vorm club schon mehrmals aufgegriffen worden sind und meisten nur unter verdacht oder durch einfach unwissendes handeln mit rechtsakzeptanz durch die unvermeidlich korupte art und weise der polizei an zivil personen heut zu tage begangen wird…..somit mit dieser aktion wird mal wieder einmal mehr gezeigt…..das heut zu tage selbst bei überschwänglicher auszurechender vorhrer untersuchung des eigenes security team des bestehendem clubs die schon im vorne rein gründlich gemacht nicht anderst wie es die polizei tut gemacht wurden und immer wieder gemacht bei jedem einzelmen….der dieses club betretten möchte und somit die gewährleistung des besitzers gegeben wird das dies ein lukratives veranstalltung ort zum feiern ist wo man jeden hinschicken kann ohne bedenken eines raubes einer schlägerei oder in tat mit gehangenem besitz von betäubungsmittel…..ich finde sowas einfach derbst scheisse…..somit wird mal wieder mehr für mehr gezeigt wie die justiz von einer verallgemeinerung eines unvermeindlichen vorurteil in der gesellschaft über die elektronkische club kultut gehandelt wird und gesehen wird……langsam aber sicher ist mal ein umdenken und ein anderes regierungs politsches neutralles bilder der gesellschaft und der medien nötig um zu zeigen das es denn leuten bei elektronischen musik veranstalltungen oder location….nicht nur um denn besitz und vertrieb von betäubungsmitteln geht sondern im vordergrund die menge und der gewisse ort einen bei gewissen potenzial der veranstalltung und das vollkommende nachemfinden einer angesehenen kultur hier geht die nicht anderst zu bewerten ist wie jeder andere musik kultur….nur weil die veranstalltungen meist immer länsgt zeitlich mehr ausgedehnt sind und es denn ein oder andern konsumenten gibt der halt was intus haben sollte irgendwelcher verbotenem stoffe…..aber sowas betrifft nicht nur unsere elektronische kultur sondern auch ärzte politiker und andere hochrangige personen die glaub ich in der heutigen welt in einer position stehen wo sie es sich leisten können darüber kritik oder empörung zu empfinden von denn äusseren medien….die dann direkter weise ein komplettes team hinter sich haben die sich um die wieder einmal aussage kräftige medien verkehr gesellschaften für ein postives nachvollziehbares bild besziehen das man mit grüner plakete wieder übern TÜV kommt und man wieder das nächste jahr für ein bestehendes amt wählen lässt…..aber lasst doc bitte die privat personen und bersonderst in unserer kultur zufrieden….was hat dies für einen nutzen durch solche aktionen prävenz und teilweise auch ansgt auslösende menschen in einem sack zu stecken und ihn wertlos zu behandeln…..nach unangemessener verhaltensweise der polzei…..weil im endeffekt ohne irgendwelche tatsächlichen fakten (Beweise) dasrf die polizei nur die personen kontrolle durch einen gültigen Ausweis festhalten und überprüfen durch ihr system POLAS und sonst ohne irgendwelche richtigen Fakten die der beamte dann auch wiederlegen kann jemanden anfassen mitnehmen oder zu dursuchen…..

  3. siebb sagt:

    So ist das in der Bundesrepublik Deutschland finanzagentur GmbH. Ein Staat der laut europäischen Gerichtshof keiner ist kann man nun mal so vorgehen den die größten Verbrecher sind nun mal unsere „Staats“oberhäupter und niemand macht was dagegen. Man kann mit ihnen zusammen arbeiten wie man will zum Schluss ist man dann eh der dumme wenn sie kein Bock mehr auf techno haben oder vom großen Kuchen kein Stück mehr ab bekommen. In diesem Sinne lasst euch nicht unterkriegen und von einem falschen Staat unterdrücken!!!!

  4. Lustig sagt:

    @Leser Made my day. Selten eine solch den Leser verachtende Buchstabensuppe vorgesetzt bekommen.

    • Pete sagt:

      danke @Lustig!
      Buchstabensuppe – ich habe lange nach dem richtigen Wort gesucht, um das kauderwelsch von Sebastian Bich auch nur ansatzweise beschreiben zu können..!

  5. DW sagt:

    Ist es eigentlich bekannt, dass die Cops die kompletten Flyer „Polizeikontrolle – Was tun?“ mitgenommen hat?

  6. Ottokar MüllerLüdenscheidt von & zu Bräsig sagt:

    Tja, wenn man mit mehr als Einhundert Geschulten Beamten vier Stunden lang kontrolliert und kleine Verhöre mit Jugendlichen macht, findet man auch die 17 gefälschten Muttizettel noch, welche von der Security bei der normalen Einlasskontrolle nicht erkannt worden sind. Abiparty eben.
    Trotzdem: Schlechte Presse, auch im Internet. Sollte nur über ML gehen.
    Es ist halt Jagdzeit, es ist (Vor-)Kriegsstimmung.
    Kompliment insgesamt an die Veranstalter, auch für nur 22 BtM bei 400 Gästen.
    Kompliment auch an RheinMain: scheint noch Methfrei zu sein.
    Heile Welt.

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