Out Now OUT NOW Shop
  Eventhinweise

Technoanimals WIR SIND ONLINE UNSERE NEUE COMMUNITY

DJ Sneak – Good Bye fake world!

0

House-Legende DJ Sneak ist der Kragen geplatzt und hat auf Facebook einen Rant gegen digitale Musikplattformen wie Spotify & Co. rausgehauen. Zudem will er selbst die Kontrolle über die Verbreitung seiner Werke und zieht sich aus digitalen Angeboten zurück. So schrieb er „Auf Wiedersehen, Fake-Welt! Ich habe nie eine dieser Seiten unterstützt und ich bin froh, dass ich die Eier habe, einen besseren Weg für die Verbreitung meiner Inhalte zu gehen.“ Hier das komplette Statement:

When you realize that you don’t need cartel to run your life you will also grab your content and monetize it the way you want in multiple ways without the grip of a pimp that don’t even care about your music. These sites will be empty servers without any of people’s hard work. it’s a new day and this old format will be a thing of the past. Like they tried to so vinyl. talk the talk walk the walk! Be bold be smart be independent- all you’re doing is keeping a platform alive with no return as a label owner and even less to producers. Good Bye fake world! I never supported any of these sites and I’m glad to have the balls to walk away into a better way of my content distribution. InHouse is the the Future. . peace fools!!!

Quelle: Facebook

Schon in den goldenen Zeiten der Musikverkäufe von Vinyl und CD gab es „Big Player“, die an den kreativen Erzeugnissen der Künstler massiv verdient hatten. Die Verschiebung von CD und Plattenverkäufen hin zu digitalen Angeboten, wie der Kauf als Datei oder einer Flatrate zum Streamen, haben im Grunde nur wenig verändert für den Künstler. Am Ende kommt nur ein kleiner Teil der Erlöse bei ihm auf dem Konto an. Wo früher die großen Labels die Gewinner waren, sind es heute Plattformen wie Spotify und andere.

Die Kontrolle über seine eigenen Werke zu behalten, selber über Verkäufe, oder wie die eigene Musik vom Hörer konsumiert wird zu wachen, das wäre sicher für den Künstler der Ideale Weg. Seiten wie Bandcamp, die dem Künstler eine größtmögliche Kontrolle darüber geben sind da eher die Ausnahmen und beim normalen Konsumenten kaum im Blickfeld. Denn der normale Durchschnittskonsument ist meist faul, will alles mit einem Klick und Empfehlungen und Playlists vom Algorithmus vorgekaut bekommen.

Musik war mal ein hohes Gut beim Konsumenten. Doch nur noch wenige dürften heutzutage Musik mit so viel Leidenschaft und der Art Liebhaberei ausleben, wie es teils in den 70s, 80s und auch noch den 90s stattfand. Musik ist oft nur noch ein schnelllebiges Erlebnis, geprägt von Trends und Hypes. Das wechselnde Konsum- und Hörverhalten, gerade bei jüngeren Generationen wurde mit der technischen Weiterentwicklung und der daraus resultierenden Verfügbarkeit geprägt.  Somit haben all die Vorteile der digitalen Welt auch jede Menge Nachteile mitgebracht.

Ob es DJ Sneak schaffen kann, komplett seinen eigenen Weg in Distribution und Verkauf seiner Musik zu gehen, sodass er selbst die Vorteile davon genießen kann, dass dürfte schwierig werden. Der komplette Verzicht auf Anbieter digitale Strukturen dürfte unmöglich sein und ein „back to“ Formen wie Vinyl oder CD steht schon gar nicht zu Debatte.

Die Frage ist aber, wenn sich mehr Künstler aus den großen Angeboten zurückziehen, ob sich dann neue Strukturen bilden, oder diese Künstler am Ende doch wieder auf bestimmte Plattformen zurückkommen müssen, weil eigenständige Angebote nicht funktionieren. Seiten wie Bandcamp zeigen ja, dass es durchaus machbar ist, Künstlern mehr Möglichkeiten zugeben, ihre Werke zu fairen Konditionen anzubieten. Doch der Konsument steht nun mal ganz am Ende und entscheidet, wie und wo er Musik kauft oder konsumiert.

Über den Autor

Grille

Über den Autor: Er ist der kreative Kopf hinter der Frankfurter Toxic Family und ist als Künstler und Veranstalter seit Jahren im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Hier auf toxicfamily.de schreibt und berichtet er vor allem über seine Leidenschaft zur elektronischen Musik und der Club- und Event-Szene. Einmal in der Woche meldet er sich im Newsletter der Toxic Family, auch schon mal etwas persönlicher zu Wort.

Los, schreibe einen Kommentar.