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Was unser Aprilscherz für Erkenntnisse brachte

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Oh ha. Na das war ja was. Unser allererster Aprilscherz seit Jahren hat mehr als nur gut gezündet. Zig Reaktionen, Interaktionen und vor allem verwirrte Leute. Gut so, denn ein Aprilscherz ist dann gut, wenn er den Eindruck erweckt es ist gar kein Aprilscherz.

OK, das Thema Sven Väth ist bei anderen am 1. April mit einem Dauerabo versehen. Aber wie oft soll den noch eine Technoparade in Frankfurt angekündigt werden? Daher sollte der Scherz anders verpackt sein und der Brexit brachte die Idee. Denn was ist, wenn England aus der EU raus ist? Was macht Sven dann, wenn er keine englische Staatsbürgerschaft besitzt? Kommt er dann zurück?

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Das war also der Grundgedanke und daraus entstand ein fiktives Interview in der nicht vorhandenen Print-Ausgabe von The Guardian. Ja wir wissen, sich auf eine Print-Ausgabe zu beziehen, ist schon fies. Aber war eben auch sehr nützlich. Und um die Authentizität zu steigern, wurde natürlich in Englisch zitiert.

Doch was haben wir denn nun für Erkenntnisse aus der Aktion gewonnen?

So funktionieren Fake-News

Irgendwer schlaues sagte mal, man solle Nachrichten jeden Tag so lesen, als sei es der 1. April. Denn am 1. April überdenken wir bei allem, ob dies nun der Wahrheit entspricht oder aber ein Joke bzw. Fake ist. In der heutigen Zeit, wo auf Social Media verdammt viele Fakes an Nachrichten und Beiträge verbreitet werden, da trifft dieser Spruch besonders gut.

Ein großer Teil der Leute hatte unseren Beitrag zu Svens Rückkehr nach Frankfurt bereitwillig geteilt oder voller Ernsthaftigkeit kommentiert. Obwohl man bei genauerem lesen den humoristischen und satirischen Ansatz hätte herauslesen können, haben dies scheinbar nur die wenigsten wirklich richtig getan. Denn entweder wurde der Text gar nicht gelesen, überflogen oder nur die Überschrift wurde erfasst. Da half es auch nicht, dass binnen kürzester Zeit erste User auf den Hashtag „aprilapril“ unter dem Text aufmerksam wurden.

Eine Studie hatte mal herausgefunden, dass viele User dazu neigen nur Überschriften zu scannen und sich mit den Inhalten weniger auseinandersetzen. Genau deshalb habe die Verbreitung von Fake-Beiträgen so immens zugelegt. Denn viele glauben, sie erfassen mit der Überschrift und vielleicht einen kurzen Teasertext alles Wichtige. Es wird dann bewertet und entsprechend weiter geteilt, aber schon gar nicht in die Tiefe gegangen oder gar die Quellen geprüft. Genau so funktionieren Fake-News ohne den 1. April.

Und so gelang es auch uns, eine immens großen Anzahl von Menschen zu erreichen.

Facebooks Reichweite und Algorithmus

Es gab Zeiten, da waren Fanseiten und ihre Fans glücklich. Das ist schon lange her. Denn in den letzten Jahren wurden die Fanseiten immer mehr beschnitten in ihrer Reichweite. Dafür geht Facebook einem um so mehr auf den Sack, damit wir Beiträge bewerben. Diese Art der „Hinweise“ ist auch schon mal recht kurios und zeigt auf, dass Facebook bzw. der Algorithmus nicht wirklich Bock haben, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Wurde genauso von Facebook vorgeschlagen.

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Hätten wir diesen Aprilscherz noch vor 3-5 Jahren gemacht, dann würden die Zahlen wohl anders aussehen. Klar haben wir eine gute Performance hinbekommen bei all den Interaktionen, aber zu anderen Zeiten wäre es ein vielfaches mehr gewesen. Und dennoch hat Facebook das Posting bevorzugt behandelt. Nun sind Postings auf unsere Fanseite (mit immerhin über 10.000 Likes) aber wieder in der Unbedeutsamkeit verschwunden. Denn was funktioniert sind eben Themen, die polarisieren. Genau aus dem Grund sehen wir auch soviel Müll in unserer Timeline. Inhaltliche relevante Dinge sind kaum noch zu finden.

Vielleicht ist Euch schon mal aufgefallen, dass aktuell viele Veranstalter unter jedem Posting eine Horde von Kommentatoren hat, die vereinzelte Emoji oder Wörter posten, aber eigentlich keine echten inhaltlichen Postings verfassen. Mit dieser Flut an Postings, die natürlich alle aus dem Umfeld des Veranstalters und der DJs kommen, soll der Algorithmus beeinflusst werden. Denn Postings, auf die schnell reagiert wird und das auch vermehrt, die hebt Facebook hervor. Ja, so gehen sie dahin die inhaltlichen Dinge und die Timeline wird mehr und mehr seelenlos.

Reaktionen

Im Falle unseres Aprilscherzes gab es aber durchaus unterhaltende Postings dazu. Ein paar davon lassen wir mal unkommentiert so stehen.

Sorry an alle, die uns wirklich auf den Leim gegangen sind. Aber hey, es war 1. April! Entweder richtig oder gar nicht.

Ob wir nächstes Jahr wieder einen Aprilscherz machen, das steht noch nicht fest. Wenn Inspiration da ist, dann vielleicht ja. Und sollte Sven doch wieder nach Frankfurt kommen, na ja dann habt Ihr es bei uns als erstes gelesen. 😉

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Über den Autor

Grille

Über den Autor: Er ist der kreative Kopf hinter der Frankfurter Toxic Family und ist als Künstler und Veranstalter seit Jahren im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Hier auf toxicfamily.de schreibt und berichtet er vor allem über seine Leidenschaft zur elektronischen Musik und der Club- und Event-Szene. Einmal in der Woche meldet er sich im Newsletter der Toxic Family, auch schon mal etwas persönlicher zu Wort.

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