Antwort an Micki Meuser – Artikel 13

Der folgende Text spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und ist kein offizieller Inhalt dieser Webseite.

Info: Das alles gibt es auch in Videoform: http://s.to-fa.de/meuservideo

Am 22. Februar 2019 veröffentlichte Micki Meuser auf seiner Facebookseite einen Beitrag, in dem er sich in einer Tirade für die Urheberrechtslinie insbesondere Artikel 13 aussprach.

Dieser Beitrag wurde unter anderem vom Tonspion übernommen und kann man dort ebenfalls lesen:

https://www.tonspion.de/news/die-aerzte-produzent-micki-meuser-verteidigt-die-neue-eu-urheberrechtsreform-uploadfilter

Die Position, die er vertritt, ist  nicht verwunderlich. So ist er laut eigener Aussage „seit 2016 Beteiligter an der Entstehung der Richtlinie“ zur neuen Urheberrechtsreform.  Diesen Part dürfte er vor allem in Interesse der GEMA vertreten haben, bei der er im Aufsichtsrat aktiv ist. Er und eine weiteres Aufsichtsratmitglied der GEMA Matthias Hornschuh wurde für ihr ehrenamtliches Engagement im Rahmen der EU-Urheberrechtslinie die Herzblut-Ehrenmedaille verliehen.

http://beta.musikwoche.de/details/433618

Das Facebook-Posting von Micki Meuser hat mich die letzten Tage immer wieder beschäftigt und vor allem sehr wütend gemacht. Daher haben mich hingesetzt und eine Antwort geschrieben. Leider war der Endtext zu lang für einen Kommentar auf Facebook. (über 8000 Zeichen)

Zur Person Micki Meuser – www.micki-meuser.com

  • Mitglied im Gema Aufsichtsrat
  • Filmkomponist, Musikproduzent und Bassist
  • 1. Vorsitzender der Deutschen Filmkomponistenunion DEFKOM
  • Mitglied im Vorstand des Deutschen Komponistenverband
  • Produzierte unter anderem in den 80s die Ärzte („Im Schatten der Ärzte“, „Ist das Alles?“), Ina Deter („Neue Männer braucht das Land“), Rodgau Monotones („Sieben“)

In meiner Antwort werde ich Herrn Meuser vor allem fehlendes Verständnis insbesondere für YouTube und aktueller Entwicklungen bei einer neuen Generation an Künstlern vorwerfen. Dass er auch an anderer Stelle ein Verständnisproblem hat, dies zeigte sich an einem Kommentar zum Artikel 11 – Leistungsschutzrecht.

Zitat Meuser: „Die Presseverlage machen journalistische Arbeit und zahlen für die Recherche. Dann kommt Google macht ‚copy und paste‘ und lädt die Artikel auf Google News etc. hoch, ohne Kosten zu haben.“

Meine Antwort darauf: Google lädt gar nichts hoch, Google News indexiert Titel, Thumbnail (das ist das kleine Bildchen) und die URL und das war’s. Sobald man auf den Link klickt landet man beim entsprechenden Anbieter des Artikels. Es werden keinen Artikel kopiert, hochgeladen und auf Google dargestellt. Auch wird auf Google News keine Werbung eingeblendet. Es wird also damit nichts verdient. Die Verlage bekommen allerdings jeden Tag zigtausende User zugeführt, die wiederum auf deren Seiten die Werbebanner zusehen bekommen. Dies umzusetzen ist allerdings mit Kosten verbunden.

In Spanien wurde mit Einführung des LSR Googel News abgeschaltet. Die Folge: Immense Einbußen an Lesern bei den Medienportalen. In Deutschland drückte man das LSR 2013 durch und versagte, weil die Verlage nicht auf Google News verzichten wollten und Google nicht zahlen. Das wird jetzt auf EU Ebenen bestimmt besser klappen.

Ergänzung: Micki Meuser wurde in den letzten Tagen des Öfteren im TV als Befürworter der Reform in Beiträgen immer wieder gezeigt. Zudem durfte er seine fraglichen Ansichten in der Welt (Axel Springer Verlag – Initiator Artikel 11) in mehreren Beiträgen veröffentlichen. Jedes Mal, wurde seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der GEMA verschwiegen. (Zufall?)

Link: Der umstrittene Artikel 13 sorgt in Wahrheit für mehr Gerechtigkeit
Link: ESSAY II – Der Lohn des Künstlers

Dies soweit zur Einleitung, um ein wenig den Kontext zu haben. Hier nun meine Antwort auf sein auf Facebook veröffentlichten Text, den ich so nicht stehen lassen kann.

Grille


Sehr geehrter Herr Meuser,

sie schreiben: „Es gibt bei YouTube 5.000 bis 10.000 Clips mit 4 bis 6-stelligen Klickzahlen, an denen ich die Rechte aus Komposition oder Produktion habe (Ärzte, Ina Deter, Silly, Ideal, Lassie Singers, alle meine Filmmusiken…)“

Ich halte die Zahl von 5.000 – 10.000 Clips für etwas übertrieben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und Ihre Discografie +Filmmusik auf Youtube gesucht. Einiges konnte ich finden, einiges aber auch nicht. Ein Teil der Videos, die ich gefunden habe, wurde absichtlich von Firmen, die scheinbar im Auftrag der Labels tätig waren, „offiziell“ hochgeladen. Sogar manchmal mehrfach. Bei diesen Sachen wurde natürlich auch entsprechend Werbung geschaltet und es wurde somit Monetarisiert. Die Einnahmen daraus sollten somit über diverse Kanäle beim Label bzw. Ihnen landen.

Ein paar Beispiele:

  • Rodgau Monotones „Sieben“
    Provided to YouTube by Zebralution GmbH / Dachorganisation: Warner Music Group Corp.
  • Die Ärzte „Ist das Alles?“
    Provided to YouTube by The Orchard Enterprises / Dachorganisation: Sony Music Entertainment
  • Die Lassie Singers „Die Lassie Singers helfen Dir“
    Provided to YouTube by The Orchard Enterprises / Dachorganisation: Sony Music Entertainment
  • Nervous Germans „Volatile“
    Provided to YouTube by Zebralution GmbH / Dachorganisation: Warner Music Group Corp.
  • Ina Deter „Neue Männer braucht das Land“ Album
    Provided to YouTube by Universal Music Group
  • Impressionen zum Krebs VI
    Provided to YouTube by Believe SAS

Fremdupload (unautorisiert) von „normalen“ Usern gab es natürlich auch. Aber auch hier wurde ein Teil vom Content-ID-System (Youtubes-Content-Erkennungs-System) erkannt und die Monetarisierung auf die Rechteverwerter umgelegt. Das erkennt man immer an den Eintragungen in der Videobeschreibung.

Ein paar Beispiele:

  • Silly (Tamara Danz) – Bataillon d’Amour
    1.953.193 Aufrufe seit 04.01.2014
    Lizenziert an YouTube durch Believe Music (im Auftrag von Metrophon Music Spain S.L.); ASCAP und 1 musikalische Verwertungsgesellschaften
  • Lassie Singers-Die große Liebe
    9.953 Aufrufe seit 21.02.2010
    Lizenziert an YouTube durch The Orchard Music (im Auftrag von Flittchen Records)
  • Lassie Singers-Wir wollen gar nicht besser sein
    13.598 Aufrufe seit 18.02.2010
    Lizenziert an YouTube durch The Orchard Music (im Auftrag von Flittchen Records); UMPG Publishing und 2 musikalische Verwertungsgesellschaften
  • Ina Deter – Mit Leidenschaft
    5.092 Aufrufe seit 19.02.2011
    UMG (im Auftrag von Universal Music); UMPG Publishing, UBEM, BMG Rights Management, LatinAutor – UMPG, Abramus Digital, LatinAutor und 4 musikalische Verwertungsgesellschaften
  • Ina Deter – Neue Männer braucht das Land
    150.538 Aufrufe seit 15.02.2007
    UMG (im Auftrag von Warner Strategic Marketing GmbH); UBEM, BMG Rights Management, LatinAutor, LatinAutor – UMPG, UMPG Publishing, Abramus Digital und 4 musikalische Verwertungsgesellschaften

Es wurden aber auch Fremdupload von Usern vom Content-ID-System nicht erkannt. Wahrscheinlich, da es keine Anfragen von den Labels/Rechtinhaber gab, um diese in die Datenbank des Content-ID-System einpflegen zu lassen. Ein klares Versäumnis. Aber vieles wurde auch nicht erkannt, weil es sich um Ausschnitte von Live-Aufnahmen von Konzerten oder TV-Shows handelte. Da wären wir auch schon beim Thema der technischen Grenzen, was wunderbar aufzeigt, wie anfällig das momentan am weitesten entwickelte Filtersystem der Welt noch ist.

Doch ein Problem habe fast alle diese Videos. Die Allerwenigsten haben relevante Klickzahlen und wenn, dann wurden die nur über einen meist sehr großen Zeitraum generiert. Die von Ihnen angesprochenen 4 – 6 stelligen Klickzahlen erreicht zwar ein gewisser Teil, aber eben über mehrere Jahre hinweg. Die vielen anderen Beiträge dümplen für Youtube-Verhältnisse unbedeutend vor sich hin.

Doch selbst die erfolgreichsten dieser Videos sind nichts, im Vergleich zu den Klickzahlen die aktuelle unabhängige Künstlern innerhalb weniger Tage oder Wochen haben. Egal ob im Bereich Musik, Film, Comedy, Animation und und und…. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Videos beliebter Youtuber innerhalb kürzester Zeit mehrere hunderttausend oder über 1 Million Klicks haben.

Ein paar Beispiele aus dem Musikbereich:

  • Artikel 13 DISSTRACK | Julien Bam
    2.304.772 Aufrufe seit 23.11.2018
  • SANTA der BOSS feat. EXSL95 (Offizielles Musikvideo)
    4.974.183 Aufrufe seit 23.12.2018
  • Wenn SCHULFÄCHER Rapper wären | mit Julia Beautx
    4.880.497 Aufrufe seit 18.11.2018
  • TANZVERBOT – Realtalk ( Prod. by Klaxy Beats )
    1.468.098 Aufrufe seit 20.12.2018
  • HeyMoritz – DICKE KLIPPEN (Offizielles Musikvideo)
    12.408.039 Aufrufe seit 26.05.2018
  • SkyGuy & Phorx – Disstrack by Raportagen (prod. by MVXIMUM | Black Rose | Magestick Records)
    1.178.243 Aufrufe seit 19.12.2018
  • Katja Krasavice – SEX TAPE (Official Music Video)
    25.358.340 Aufrufe seit 10.08.2018

Es gibt so viele Creator der verschiedensten Kunstformen, die sich mit den Einnahmen aus Youtube eine Grundlage für Ihr kreatives Leben schaffen, hochwertigen Content in den unterschiedlichsten Bereichen erstellen, Firmen gründen, Menschen Arbeit geben.

Denn das ist das eigentliche Geschäftsmodell von Youtube. Menschen eine Plattform zu geben, um sich kreativ auszuleben.

Diese Entwicklung ignorieren sie in all Ihren Ausführungen. Sie haben eventuell sogar kein Interesse sich mit moderner Technologie oder den neuen Modellen der Eigenvermarktung und Wegen, wie sich Kreative heute ausleben und finanzieren können zu beschäftigen. Denn all dies bringt Ihnen ja keinen Nutzen, wenn ein Verein wie die GEMA immer mehr außen vor bleibt. In dieser sind sie ja im Aufsichtsrat und somit sind Ihre Thesen vor allem als voreingenommener und berechnender Lobbyist, aber nicht als objektiver Kreativer zu betrachten. Sie und Ihre Kollegen der Gema sind viel zu sehr damit beschäftigt Ihr veralteten Strukturen und Modelle auf das #Neuland im Internet zu pressen.

Sicher, die großen IT-Konzerne mit Ihrer Art und Macht sind ebenso übel und gehören ganz klar reguliert. Vor allem auch, wenn es um eine angemessene Beteiligung bei der Nutzung der Werke von Künstlern und Urhebern geht. Keine Frage. Aber die Verwertungsgesellschaften sind auf der anderen Seite auch nur scheinheilig, weil sie vor allem jetzt in der Debatte so tun, als ob sie für „alle Kreativen“ sprechen würden. Ein klare Lüge. Doch allein schon, dass in all der Propaganda von Ihresgleichen, ein Großteil einer neuen unabhängigeren Generation an Künstlern einfach völlig ignoriert wird, spricht für sich.

Ich zitiere Sie mal Herr Meuser aus einem Ihrer anderen Postings auf Facebook: Wenn YouTube und Co. wirklich schließen würden, würde niemand von uns „betteln“. Die Freude wäre riesengroß. Ich finde, dass diese Aussage sehr entlarvend ist. Sie strotzt nur so vor Arroganz und Ignoranz.

Sie betonen immer wieder, Youtube würde nichts abgeben von seinen Gewinnen. Sie würden rein gar nichts davon abbekommen. Dass dies so nicht ganz stimmen kann, bzw. eben auch, im Verhältnis zu dem eher teils schon älteren Content, inkl. Klickzahlen auf längere Zeiträume zu sehen ist, sowie dem Einsatz der Labels bei der Monetarisierung, habe ich ja weiter oben mehr oder weniger aufgeführt. Als Stichprobe reicht das, denn anders arbeitet Ihr bei der Gema ja auch nicht..

Dass man allerdings bei der Vergütung von Youtube und Co. noch an Schrauben drehen sollte, dem möchte ich nicht widersprechen. Doch man kann  Youtube nun mal nicht wie ein Radiosender bewerten, was sie ja gerne als Vergleich nehmen. Denn im Radio wird an Millionen von Menschen Musik angro ausgestrahlt. Der Hörer muss nehmen, was gerade gespielt wird. Ob diese Musik am Ende wirklich gefällt oder interessiert, dieses Feedback gibt es nicht. Doch genau dies kann man auf Youtube ganz klar in Zahlen belegen.

Eure (Befürworter) ganze Argumentation und die Forderungen in Artikel 13 ist die pure Realitätsverweigerung. Es ist absolut konträr zum Umgang mit technologischem Fortschritt einer ganzen Gesellschaft, aber auch zur aktuell technischen Machbarkeit und der Entwicklung innerhalb der letzten Generationen von Künstlern aller Art. Dafür wollt Ihr aber alte Geschäftsmodelle unter dem Deckmantel des Urheberrechts ohne Kompromisse auf das Internet pressen. Und dies, egal welche Folgen das für das Netz, die User und Künstler haben wird. Hauptsache Ihr hab Euer veraltetes Lizensierungsmodell auf Teufel komm raus darauf gehämmert.

Wenn man Sie so liest und hört Herr Meuser, auch in anderen Interviews, bekommt man den Eindruck, dass sie sich in keinster Weise mit dem realen Szenario z.B. auf Youtube auseinandergesetzt haben und es auch nicht wollen. Aber so ist es wahrscheinlich nun mal, als Lobbyist der GEMA, ich verstehe das. Ihre eigenen Interessen stehen an erster Stelle und entsprechend gibt man sich nach außen. Entsprechend stellt man auch Dinge als Fakten dar, die es aber bei genauerer Betrachtung nicht immer sind.

Aber diesmal stehen sie (und Ihre Kollegen), die Artikel 13 so entworfen haben in der Verantwortung, was sie den kommenden Generationen hinterlassen. Mit Artikel 13 in der jetzigen Form besteht die Gefahr, das sich vieles zum Negativen für alle Beteiligten und das Internet entwickeln kann. Da hilft es auch nicht, dass sie Ihre verqueren Ansichten immer wieder runterbeten und dabei viele der wichtigen Gesichtspunkte und Aspekte außer acht lassen, oder diese scheinbar absichtlich oder aus fehlenden Fachwissen einfach verdrehen. Das macht es in der Realität eben nicht besser. Auch nicht, das Sie Kritiker mit der entsprechenden Fachkompetenz ignorieren oder diffamieren. Sie die Ängste und Sorgen der Menschen mit Überheblichkeit abwinken und ins Lächerliche ziehen. Dass sie all dies tun, haben sie mit Ihrer Einleitung und dem Schlusstext eindrucksvoll bewiesen und dies beweist auch die aktuelle Propaganda der Befürworter auf allen Kanälen. Sie erwecken den Anschein, dass sie sich all denen, die Artikel 13 ablehnen, absolut überlegen fühlen. Aber dies ist eine Illusion und wenn Artikel 13 so durchgesetzt werden sollte, dann wird diese Illusion auch für sie schmerzhaft platzen.

Ich bin für die Anpassung des Urheberrechts, aber für eine wirklich moderne und nachhaltige Form und nicht für diese verkorkste und gefährliche Variante, zumindest in Bezug auf Artikel 13, 11 & 12, die jetzt durchgewunken werden sollen. Denn niemand in der Debatte behauptet oder verlangt, dass Kreative Ihre Werke kostenfrei zur Verfügung stellen sollen. Dies wurde zu keinem Zeitpunkt von niemanden gefordert. Im Gegenteil auch die Kritiker des Artikel 13 sind an einer fairen und modernen Lösung interessiert. Doch man unterstellt nur zu gerne der andern Seite, dass dort kein Verständnis für geistiges Eigentum vorherrschen würde. Bei Ihnen und auch vielen anderen der Befürworter, kann man aber das Unverständnis für die Generation Internet, sowie die absolute Blockade gegenüber all den Bedenken heraushören, die Artikel 13 mit sich bringen könnte.

Noch etwas. Ich beschäftige mich mit dem Thema Urheberrechtsreform seit das Thema Anfang 2018 vermehrt aufkam. Mich haben keine IT-Konzerne beeinflusst und müssen sie auch gar nicht. Mein gesunder Menschenverstand und meine IT-Kenntnisse reichen aus, um eventuelle Szenarien die Artikel 13 in der jetzigen Form mit sich bringen könnte, zu erkennen. Daher halte ich Ihre einseitige und verfälschte Darstellung der Kritik würdig.

Und ich wiederhole mich nur zu gerne aus meinem anderen Post noch mal: Denn sie schreiben:
„Das bedeutet auch nicht, dass Ihr in Zukunft zahlen müsst. Im Gegenteil, ihr könnt dann in Ruhe hoch laden und konsumieren, in Zukunft rechtssicher!“

Welche Botschaft, wird mit so einer Aussage, all den kommenden Generationen mit auf den Weg gegeben? Du darfst alles, weil jemand anderes den Kopf dafür hinhalten muss? Wow.. so schafft man es ganz sicher nicht, Verständnis für den Wert von geistigem Eigentum zu schaffen. Ganz tolle Aussage Herr Meuser.

Ergänzungen

Zitat Meuser: Upload Filter können weder JETZT noch in naher Zukunft den Unterschied zwischen einem originalen kulturellen Werk und einer Parodie erkennen. Auch das ändert sich nicht durch die Richtlinie. Allerdings, wenn die Richtlinie kommt, wird es einfacher für die Uploader der Parodie darauf hinzuweisen, dass es sich wirklich um eine Parodie handelt.

Anmerkung: Es gibt aktuell keine Maßnahmen für Uploads, diese als Parodie, Satire, Review oder Kritik zu kennzeichnen. Selbst wenn es so etwas geben würde, könnte dieser Check nur durch Menschen erfolgen, um den Missbrauch dieser Funktion zu unterbinden. Im Falle von YouTube und der Menge an Material, dürfte diese logistische Herausforderung unmöglich umzusetzen sein. Zudem würden Beitrage mit aktuellem Kontext in Warteschlangen der Bearbeitung veralten.

Zitat Meuser: Memes und Blogs sind von den Regelungen in der Richtlinie explizit ausgenommen.

Anmerkung: Wie auch schon im Beispiel zuvor ist diese Behauptung haltlos. Denn ebenfalls müssten die Plattformen diesen Content durch Menschen prüfen lassen, da Uploadfilter, wie Herr Meuser selber anmerkte, den Unterschied zwischen Original und Parodie nicht unterscheiden können. Bei der schieren Menge an solchen Content, der jeden Tag im Netz veröffentlicht wird, ist eine Prüfung für so manche Plattform nicht umsetzbar. Den Faktisch muss jeder Upload auf Urheberrechtsverletzung geprüft werden. So macht es auch nicht besser, das man Memes in der Richtlinie ausdrücklich erlaubt.

5 Antworten

  1. Avatar Frank sagt:

    Ein wichtiger Punkt fehlt hier.
    Natürlich erwähnt Herr Meuser als GEMA-Lobbyist nicht, dass mit Artikel 12 eine einschneidende Änderung für „echte“ Kreative kommt: Kreative werden zukünftig weniger Geld erhalten. Sowohl der BGH als auch der Europäische Gerichtshof hatten geurteilt, dass Einnahmen ausschließlich den Kreativen/Urhebern zustehen. DAS wird durch Artikel 12 aufgehoben! Denn nun müssen Verwertungsgesellschaften pauschal an den Einnahmen aus Verwertungsrechten beteiligt werden.

  2. Avatar Pixelschubser sagt:

    Viel wichtiger ist, dass Artikel 6 (der Terrorfilter) eine gleich große Welle schlägt, wie Artikel 13 !
    Denn Artikel 6 ist noch 10x schlimmer als Artikel 13 und macht uns – vorallem in Verbindung mit Artikel 11 und 13 Europaweit zu Nordkorea 2.0 !!!
    Hier ein Video von Christian Solmecke (Kanzlei WBS) zu dem Terrorfilter der EU:
    https://www.youtube.com/watch?v=w6J-68_xALU

    • Grille Grille sagt:

      Dem Stimme ich voll und ganz zu. Die Ausweitung von Filtertechnologie und auch die Begehrlichkeiten in der Politik dafür, das hatte ich auch schon damals in meinem Video zu Artikel 13 erwähnt. Aktuell versucht man auf vielen Ebenen nicht nur Online, immer mehr Überwachungsmechanismen voranzutreiben. Eine wirklich üble Tendenz, der man sich entgegenstellen muss.

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