Games | Review aus der Hölle: Doom (2016) – Kill with skill

Mein Atem ging schwer und mein Herz schlug kräftig und laut in meiner Brust. Der Schweiß lief mir die Stirn hinunter und nur langsam senkte sich das Adrenalin wieder. Die letzte Welle hatte ich nur knapp überlebt, aber es war so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die nächste Welle schon bald kommen würde.

Ich hörte das Klicken der mechanischen Tür hinter mir, welche den Komplex abriegelte. Vor mir lagen dunkle Gänge gesäumt von Kerzenschein, welcher kryptische Symbole, mit Blut an die Wand geschrieben, offenlegte.

Es stank nach Schwefel, verbranntem und verwestem Fleisch. Der Boden war übersät mit Gebeinen, Fleischfetzen, Blut und Gedärmen. Selbst durch den Helm konnte ich den Gestank wahrnehmen. Wäre er noch stärker zu mir vorgedrungen würde ich mich wohl übergeben müssen. Doch mir blieb keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Denn während ich mich mit langsamen Schritten weiter bewegte, bewegten sich Schatten in den dunklen Gängen vor mir umher.

doom_blood

Foto by Bethesda & ID Software

Einige huschten schnell durch die wenigen Lichtkegel. Andere bewegten sich langsam im dunkeln und waren nur Schemenhaft zu erkennen. Ich vernahm Röcheln und andere seltsame Geräusche aus dieser Richtung. Ein Blick auf meine Waffe verhieß nichts Gutes. Die letzte Auseinandersetzung mit diesen Höllenkreaturen hat mich verdammt viel Ressourcen gekostet. Auch meine Lebensenergie war knapp. Ich brauchte bald Nachschub, sonst war´s das mit mir.

Ich prüfte nochmals meine Munition und wählte die Waffen aus, die noch am meisten vorrätig waren. Ich holte tief Luft und meine Schritte wurden etwas schneller. Vor mir offenbarten sich neue Gänge, Räume und auch Gegner.

O.k., dass da ist die Vorhut. Schleichende Zombies, bei denen ich Munition sparen und mir Medipacks besorgen konnte. Auf ging´s. Ein Schlag zur Betäubung und den Rest lies ich die Reflexe entscheiden. Zack, der verlor seinen Kopf, zack, dieser seinen Arm. Bam, mit einem Sprung drückte ich das Vieh zu Boden und zertrümmerte es. Jeder weitere Kill dieser Hirnlosen gab mir neue Energie zurück. Doch da war auch schon der Rest der Bande.

Unzählige Imps, schnell und mit Feuerbällen bewaffnet wuselten im Raum vor mir umher. Jetzt hieß es schnell sein und in Bewegung zu bleiben. Denn wo die sind, da sind auch noch größer Kreaturen. Doch zuvor brauchte ich unbedingt noch Munition.

Kurzer Check was die Benzinanzeige meiner Motorsäge sagte. O.k., 2 Balken. Damit lässt sich was anfangen. Also dann, auf get´s  “it’s clobberin time”.

Mit einem Sprint war ich schon beim ersten Opfer angekommen. Ich zog die Motorsäge von oben nach unten durch diesen Bastard aus der Hölle. Mit einen Flatsch klappte die Kreatur in 2 Teile auf den Boden. Der Nächste hatte sich schon in meine Nähe gewagt und auch er bekam die rotieren Säge zu spüren. Es spritzte literweise das Dämonenblut und auch die so dringend benötige Munition. Die Viecher scheinen die irgendwie zu fressen, aber das kann mir egal sein, denn ich brauche einfach nur neuen Stoff für meine Schießprügel.

doom_pinky

Monster: Pinky Demon | Foto by Bethesda & ID Software

Mit vollem Magazin ging es nun auch direkt weiter. Mit fliessenden Bewegungen schritt ich durch die Dämonenbrut und meine Pumpgun bewegte sich instinktiv immer auf den nächsten Genger zu. Schuss links, Schuss rechts. Ein halbe Drehung und das Vieh von hinten weggebolzt. Zwischendurch immer mal wieder einen Glory Kill angesetzt und mir so noch was Gutes für meine Gesundheit getan. Das musste ich auch, denn aus weiter Ferne sah ich sie schon auf mich zu kommen. Doppelt so groß und Furcht einflößend waren diese zwei Gehörnten Barone aus der Hölle und sie waren nicht alleine.

2 Pinkys hatten sie im Schlepptau, die bereits Anlauf auf mich nahmen. Weiter dahinter war dann auch noch dieser Schwabbelberg von Mancubus. Na toll,  jetzt wird´s richtig haarig, dachte ich.

Zeit die starken Geschütze aufzufahren. Zuerst setzte ich mein Hologram ein um die Bande abzulenken. Noch während ich auf etwas Abstand ging wechselte ich auf den Raktenwerfer und die Automatische inkl. Miniraketen-Mod. Na, dann wollen wir mal.

Mein Hologramm war mittlerweile wieder erloschen und die beiden Pinkys nahmen gerade den Sprint in meine Richtung auf. Mit einem beherzten Doppelsprung bin ich denen aus der Bahn gesprungen. Noch im Flug hab ich mich zu ihnen umgedreht und die Miniraketen der Automatischen aufgeladen. Die Zielerfassung sitzt und die Salve wird verschossen. Erneut nehmen sie mich ins Visier. Ich springe und renne denen immer wieder weg, feuere aus der Bewegung raus, nehme Abstand. Denn auch die Gehörnten sind mittlerweile viel zu nah und die Schüsse von Schwabbel nehmen mich auch ins Visier und schlagen neben mir ein.

doom_schwabbel

Monster: Mancubus | Foto by Bethesda & ID Software

Doch bevor ich mich um die kümmern kann, muss ich die Pinkys erledigen, denn die sind mir zu schnell. Immer wieder feuere ich meine Miniraketen ab und schieße mit normaler Munition. Fast zeitgleich sind die beiden Höllenköter benommen und ready für einen Glory Kill. Genau was ich brauche, denn meine Energie hat schon wieder arg gelitten. Die Gehörnten sind zwar recht nah, aber ich erledige die Pinkys im Doppelpack und hab dann wieder genug Energie.

Also nehme ich Anlauf und als sich bei der Kreatur das blaue Leuchten in Orange verwandelt, haste ich mit einem Sprung zum ersten Pinky, reiße einen Reißzahn aus und ramme ihn diesen ins  Auge. Kaum beendet gehe ich fliessend zum nächsten Glory Kill über und erledige auch den 2. der Pinkys. Mein Energieanzeige füllt sich wieder.

Doch nun heißt er erst mal wieder Abstand nehmen. Ich springe rückwärts und wechsle auf den Raketenwerfer. Automatische Anvisierung und Feuer. Die Raketen fliegen durch die Luft und treffen einen der Gehörnten. Die nächste Salve ist schon bereit und wird abgefeuert. Die Explosionen halten die Kreaturen auf Abstand, doch meine Anzahl der Raketen wird langsam knapp. Bähm… einer ist erledigt und verteilt sich in seinen Einzelteilen im Raum. Noch eine Salve geht an den Schwabbel der die ganze Zeit weiter auf mich feuerte und langsam aber stetig näher kam.

Ich wechsle auf die Gauss-Kanone. Noch bevor ich den Schwabbel treffen konnte, springt der letzte Gehörnte vor mich. Ich ziele etwas höher und drücke ab. Der Energiestrahl trifft denn massigen Kopf mit den zwei Hörnern und lässt diesen in tausend Einzelteile zerplatzen. Ohne Kopf sinkt die Kreatur zu Boden. Hinter ihm das Schwabbelmonster, was um so näher es kommt, um so hässlicher wird. Ich nehme festen Stand ein und lade meinen Waffenstrahl auf. Diesmal nehme ich die größere Ladung, was zwar etwas mehr Zeit kostet, aber ausreichen sollte, um den Fleischberg zu erledigen.

doom_revenant

Monster: Revenant & Cacodemon | Foto by Bethesda & ID Software

Fertig geladen und Schuss. Ein mächtiger Energiestrahl entlädt sich und rast auf das Monster zu. Das will gerade wieder zum Schuss ansetzten, doch es wird in diesem Moment von der enormen Wucht meines Stahls getroffen. Flatsch macht es und nur noch der Unterkörper des Monstern steht da, um im nächsten Augenblick in sich zusammenzufallen.

Yes, jubel ich innerlich, um in nächsten Augenblick wieder zu verstummen. Das ist nicht deren Ernst denke ich. Denn noch eine weiter Welle transformiert sich vor mir. Fuck!!!

Hell Knights, Revenants, Summoner und jede Menge Imps. Ich stehe Kopfschütteln vor den Biestern, die mich anschreien, mich fokusieren und anvisieren. Ich schmeiß meine Waffen auf den Boden, greife hinter mich auf den Rücken und hole meine BFG9000 raus. Auch  wenn die Munition kostbar dafür ist, jetzt ist sie es mir wert. Ein Schuss und das war´s Ihr Penner, denk ich mir so. Ich lege also die Waffe in den Anschlag, nehme festen Stand ein, flüstere ein “fickt euch”, drücke ab und denk mir so: “Zum Glück muss ich hier nicht sauber machen”.

Fazit:

Der Singleplayer von Doom ist Adrenalinaction in Bestform. Die Story ist nur Beiwerk, hat aber dennoch den herrlichen Charme eines B-Movies aus den Achtzigern. Zur Action kommt aber auch eine Brise Taktik, die von Euch immer wieder abverlangt abzuwägen, welche Waffe, welcher Waffenmod, ab Kettensäge, Glory Kill oder die BFG9000 zum Einsatz kommen sollten. Ein Revolution ist Doom nicht, aber es vereint die alten Wurzeln mit neuen modernen Elementen und lässt in Sachen Geschicklichkeit und Geschwindigkeit so manchen aktuellen Shooter alt aussehen. Das macht verdammt viel Spaß und treibt die eigenen Skills immer weiter nach vorne. Schon lange gab es kein Spiel mit so viel Geschwindigkeit und Power im Arsch.

Dazu kommen die Level, die zum erkunden und erforschen einladen. Denn überall sind Extras, Gimmicks und Geheimräume versteckt. Das bringt zwar kein Indiana Jones-Feeling auf, aber genug Entdeckerdrang, um nach den Monsterschnetzeln auf die Suche zu gehen. Da es soviel zu entdecken gibt, lohnt sich auch das wiederholte Spielen der Levels, wenn man alles finden möchte. Zumal man so seinen Charakter um weiter Extras erweitern kann.

Neben dem Storymodus bekommt man zudem schweissnasse Hände bei den Runenprüfungen, die aber durch ihre Belohnungen solange motivieren, bis man es doch geschafft hat, auch wenn man zuerst denkt: “Wie zu Hölle soll das gehen”.

Die Grafik bietet zwar nicht so viel Abwechslung in den Levels, dass können andere Spiele besser, aber es ist alles immer steht´s sehr stimmungsvoll und voller Details. Gerade die Hölle punktet bei mir im Design. Auch beim Monsterdesign hat man ganze Arbeit geleistet. Auch wenn im Kampf kaum Zeit zum betrachten bleibt, spätestens in der Gallery bestaunt man die Scheußlichkeiten mit all ihren absurden Designideen. Zum großen Teil erkennt man auch die Vorlagen aus den ersten beiden Doom-Spielen aus den 90s wieder. Top.

Der Multiplayer ist nett, wird aber keinen Fan von Battlefield oder Call of Duty abwerben können. Für eine spaßige Runde zwischendurch ist er ok, aber der Singleplayer von Doom ist der wahre Star.

Der Karteneditor Snapmap ist zudem ein weiteres Highlight. Denn hier kann man sich austoben und eigene Kreationen entwerfen, die auch kreative Entwürfe abseits von normalen “Leveldesigns” zulassen. Da darf man gespannt sein, was die Community damit so alles auf die Beine stellen wird, denn mächtig ist das Ding auf alle Fälle, auch wenn man sich nicht so austoben kann, um so komplexe Level wir im Singleplayer zu erstellen.

In allem ist dieses Doom ein echt verdammt cooles Doom 2016 geworden. Wie schon in den 90s wird man auch hier gut gefordert und dies auch weit über normale Baller-Skills hinaus. Wenn so ein Remake 2016 ausschaut, dann bitte auch Blood von 1997 mal in Angriff nehmen. Zuletzt hatte ja auch schon Shadow Warrior im Remake gezeigt, wie man alte Tugenden und modernes Gameplay super miteinander verbinden kann und abseits der aktuellen Shooter-Standards spaßigen Spiele schaffen kann. Bitte mehr davon.

Link: http://doom.com/de-de/

 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.