Drugchecking Projekt in Hessen

Die schwarz-grüne Koalition in Hessen will die Aufklärung und den Gesundheitsschutz von Drogennutzern verbessern. Dazu wird nach Informationen der Frankfurter Rundschau ein Modellversuch mit dem sogenannten „Drug Checking“ vorbereitet.

Dabei sollen Fachleute bei Techno- und anderen Partys Stände anbieten, an denen die Inhaltsstoffe von synthetischen Drogen mit einem Schnelltest überprüft werden können. So sollen Konsumenten über Gefahren aufgeklärt werden, denn viele Kunden kaufen Dinge, von deren Inhalt sie kein Ahnung haben.

In anderen europäischen Staaten gibt es solche Angebote bereits. In Deutschland sind sie hingegen seit den 90s verboten. Ermöglicht werden kann dieses Projekt auch nur als Modellversuch, der wissenschaftlich begleitet wird. Dabei will man herausfinden, ob durch eine solche Beratung tatsächlich weniger Menschen durch Drogen gefährdet werden.

Genau dies könnte in den nächsten Monaten in Hessen bereits erforscht werden, unter der Federführung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. „Wir sind in der Phase der Konzepterstellung“, berichtet der Grünen-Sozialpolitiker Marcus Bocklet. „Vor der Sommerpause wird es mehr dazu geben.“ In ihrem Koalitionsvertrag für Hessen hatten CDU und Grüne vereinbart, den sogenannten „Frankfurter Weg“ in der Suchthilfe weiterzugehen. Damit ist ein Weg gemeint, der nicht allein den Kampf gegen Drogen in den Mittelpunkt stellt, sondern auch die Hilfe für Abhängige und andere Rauschmittelkonsumenten bietet.

Die Landesstelle werde „beauftragt, in einem Modellversuch zu eruieren, wie insbesondere in der Drogenszene großer Städte die Beratung, Aufklärung und der Gesundheitsschutz zielgerichtet verstärkt werden können“, formulierten die Parteien. „Der Markt wird überschwemmt von illegalen Drogen, wo viel rein gemischt wird“, sagt die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche die den Vertrag mit ausgehandelt hatte. Durch Aufklärung könne man „die Probleme reduzieren“ sagt sie weiter.
Noch nicht konkret dazu äußern will sich Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). In der Suchthilfepolitik seien „zukunftweisende Verabredungen zwischen den Partnern getroffen worden“, die in den kommenden fünf Jahren angegangen würden. Noch aber könne er keine Einzelheiten nennen, da man sich „in der konzeptionellen Phase“ befinde.

Zu erwarten ist, dass die Hessische Landesstelle sich Projektpartner vor Ort für das „Drug Checking“ sucht.  Schulz-Asche wünscht sich, dass das nicht nur in Frankfurt geschieht, sondern auch in Kassel oder im ländlichen Raum, soweit dort entsprechende Einrichtungen bestehen. In Frankfurt käme dafür der Verein Basis e. V. infrage, der telefonische Suchtberatung bietet und auf seiner Internet-Homepage Hinweise über Zusammensetzung, Wirkung und Gefahren einzelner Rauschmittel zusammengestellt hat.
Das „Drug Checking“-Projekt ist allerdings unabhängig von den Überlegungen in Frankfurt, ein Modellprojekt für die medizinische Nutzung von Cannabis zu starten.

Wir können solch ein Projekt nur begrüßen. Denn die letzten Jahre der Drogenpolitik haben gezeigt, dass reine Verbote nichts bringen. Der Konsum von Drogen ist ein Gesellschaftliches Problem und deckt alle Schichten ab. Für unsere Szene wäre Drug-Checking der richtige Weg, um die Konsumenten mit mehr Hintergrundwissen zu den Substanzen und Gefahren auszustatten. Bereits in den Neunzigern gab es solche Projekte, die aber dann von der Bundesregierung unterbunden wurden. Seit dieser Zeit hat sich aber der Markt entschiedenen verändert. Nicht nur das es mittlerweile eine unüberschaubare Anzahl an neuen zum Teil auch sehr gefährlichen Substanzen gibt, auch die Dosierungen bei bekannten Substanzen haben sich wie im Fall von MDMA zum Teil vervierfacht.

Man kann solch ein Projekt also nur unterstützen und willkommen heißen.

www.fr-online.de

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.