Krisenmanagement

Die Welt hat die Krimkrise und wir haben unsere eigenen in der Szene. Sicher hat manch einer von Euch ja den Vorfall mitbekommen. Ein Spacko hat einen Veranstalter A beim Amt verpfiffen, weil dieser in einer Location eine Party machen wollte, die eigentlich nur für private Veranstaltungen gedacht war.

Das Problem bei der Sache war aber, dass ein Screenshot aus Facebook, den die Petze „anonym“ ans Amt geschickt hatte, dem Veranstalter in die Finger kam und er diesen veröffentlichte.

Die Petze hatte aber in seiner Chatleiste viele viele Namen stehen, denn scheinbar bestand Kontakt zu mehreren Veranstaltern aus der Frankfurter Szene. Wer die Petze war, dies war nicht ersichtlich. Schnell wurde aber einer der dort zu sehenden Veranstalter bzw. gleich die ganze Crew von vielen Vorverurteilt, obwohl diese nichts für das Handeln der Petze konnte.

Stellt Euch mal vor. Ein Freund oder Bekannter mit dem Ihr ab und an auf Facebook schreibt, ist der Meinung jemanden ans Bein pinkeln zu müssen. Dabei stellt er sich so laienhaft und bekloppt an, dass er zwar versucht anonym zu bleiben, aber eben mit jenem Screenshot auch Euer Namen an die Öffentlichkeit gelangt. Habt Ihr also nun etwas damit zu tun? Wohl eher nicht. Logisch, denn für die Vergehen anderer ist man nicht schuldig.

Doch der zweite Teil der Geschichte ereignete sich letzte Woche Montag. Denn der geschädigte Veranstalter A veröffentlichte erneut den Screenshot und beschwerte sich, dass einer der Veranstalter, dessen Nähe man aufgrund der verschiedenen Namen zur Petze ausmachen konnte, nicht wirklich kooperieren würde bei der Aufklärung. Denn er wüsste ja den Namen und mag ihn nicht preisgeben. Es wurden auch noch andere unglücklich gewählte Formulierungen und böse Worte benutzt.

Die Masse hat aber leider nur die Hälfte der Geschichte verstanden oder verstehen wollen. So machte sie sich, wie ein böser Mob, abermals über lauter Leute her, die nichts für diese Angelegenheiten konnten. Selbst wenn Veranstalter B den Namen desjenigen, wirklich wissen sollte. Was, ja gar nicht bewiesen ist. So muss man sich unter diesen Umständen fragen, ob dies überhaupt ratsam wäre den Namen weiterzugeben.

In Anbetracht der Hexenjagd, die jetzt schon stattfand, müsste die Petze ja um Leib und Leben fürchten. Mal ehrlich. So, wie die Sache bisher gehandelt wurde, war dies weder diplomatisch noch förderlich für die Szene. Diese Art Dinge erzwingen zu wollen, dies ist in meinen Augen der falsche Weg. Die Öffentlichkeit und somit die User auf FB haben nur die Hälfte der Geschichte verstanden. Die Einen halten sich raus, die Anderen denunzieren munter darauf los.

Das ich an diesem Montag zig Anfragen über Facebook bekommen hatte, wo man mich fragte, was da los ist und warum angeblich Veranstalter B dem Veranstalter A was wollte, dies zeigte wie kontra sich diese Situation entwickelte. Es zeigte, dass hier Halbwahrheiten und Unwissenheit im „stille Post“Prinzip weitergegeben wurden. Was daraus werden kann, dass kann sich jeder ausmalen.

Toll gemacht Veranstalter A kann man da nur sagen. Mit den öffentlichen Postings, die in Ihrer Art und Weise weder der Aufklärung noch der Information förderlich waren, wurde eine Krise weiter aufgeblasen und die Szene in Lager gespalten.

Ich habe Verständnis, das der geprellte Veranstalter A Antworten will. Doch nicht um jeden Preis. Denn rechtlich war die Aktion der Petze scheinbar OK, moralisch allerdings höchst verwerflich. Die Motive sind zu keinen Teil bekannt. Vielleicht waren es persönliche gegen Veranstalter A, seine Mitveranstalter oder die Location. Vielleicht waren es auch geschäftliche Gründe. Vielleicht war es aber auch reine Berechnung, solch eine Krise in der Szene heraufzubeschwören? Das dürfte die Petze nur alleine wissen.

Wenn dieser jemand nicht unbedingt ein knallharter Brocken ist, so kann man davon ausgehen, dass er in letzter Zeit nicht sonderlich gut geschlafen hat, nach all dem Wirbel, den er zu verantworten hat und der Angst seine Identität könnte aufgedeckt werden. Mit etwas Mumm in der Hose könnte er sich ja bei Veranstalter A melden und seine Motive oder Entschuldigung hervorbringen.

Ich kann nur hoffen, dass wenn es in dieser Sache weiter Entwicklungen gibt, diese intern passieren und die Öffentlichkeit nicht wieder, wie geschehen, daran teilhaben darf. Wenn, dann bitte auf eine Art und Weise, die Unschuldige außen vor lässt und es greifbare Dinge sind, die gesagt werden sollten. Leider sind viele User nun mal nicht dafür geschaffen Dinge im größeren Rahmen zu reflektieren, sondern eher dafür, gleich mit der verbalen Keule auszuholen.

Also bitte bei der nächsten Krise abwägen, wie und was man nach außen trägt. So viel meinen Senf zum Thema und wie Ihr sehen könnt hab ich absichtlich keine Namen genannt, um den Sachverhalt klarer aufzeigen zu können.

Euer Grille

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