Hey DJ spiel doch mal… so und so

Als Künstler am Mixer kennt man sie alle. All die Sprüche vereinzelter Gäste, die mit den tollsten und meist unpassendsten Musikwünschen ankommen. „I´m a DJ. Not a Jukebox“ prangte schon als T-Shirt auf der Brust von DJ Dag im Frankfurter Omen in den 90s. Denn ganz klar, wer seine eigenen Wunschvorstellungen hat, der sollte sich eine Playlist zusammenstellen und auf seinem MP3-Player hören.

Nun gut, der Wunsch nach einem Track ist eine Sache, doch dem DJ gleich komplett zu nötigen seinen Sound so und so auszurichten, das zeugt nicht sonderlich viel von Respekt.  Ich rede hier natürlich von Club-DJs, die man wegen Ihrem Sound bucht. In Läden mit Chart-Mucke, 80s, 90s Partys ect. existiert ein anderes Verhältnis zur Musik und solchen Wünschen.

Der normale DJ im Bereich der elektronischen Musik, ist zumeist keine Hit-DJ. Sicher mögen es diverse Tracks zu Hits schaffen und tauchen entsprechend immer wieder in Sets auf, aber das Verhältnis ist dann doch ein anderes. Ein normaler DJ im Bereich der elektronischen Musik wird wegen seines eigenen Styles bevorzugt und gebucht. Es wäre also schon sehr anmaßend, wenn man als Gast zu einem Sven Väth gehen würde, um diesen eindringlich aufzufordern jetzt mal härter oder softer zu spielen. Noch abstruser wird es einen Houser zu bitten mehr Techno zu spielen.

Doch solche Gäste gibt es immer wieder und sie vergessen dabei, dass der Dj nicht nur für sie alleine da ist, um den eigenen Geschmack zu befriedigen. Auch Aussagen, alle würden es grad voll scheisse finden, sind höchst unangebracht. Denn wenn es alle grad voll scheisse finden, dann würde die Tanzfläche leer sein. Denn die Masse zeigt einem Dj sehr genau, wie sie seine Musik findet und dies ist auch gut so.

Es kann immer mal sein, dass man einen Track erwischt, der nicht so ankommt wie erhofft, obwohl er in einem anderen Club die Hütte zum Brennen gebracht hat. Es kann auch mal sein, dass man seine musikalische Richtung mitten im Set wieder etwas korrigieren muss oder, weil man generell gebiets- wie auch publikumsabhängig auf weniger „open minded“ trifft. Generell gilt aber, ist das Publikum am tanzen und die Tanzfläche voll, funktioniert es.

Als guter DJ erkennt man nach 2-3 Tracks, ob man auf einmal die Richtung verfehlt hat und korrigieren muss oder ob noch alles passt. Doch wenn innerhalb dieser 2-3 Tracks dann jemand ankommt und den Lebensberater spielen will, dass ist einfach respektlos.  Wenn man seine Meinung kund tun möchte, dann weg von der Tanzfläche und solange fern bleiben, wie es einem nicht zusagt.

Am Kuriosesten wird es für einen DJ aber dann, wenn nicht nur einer ankommt und Stilvorschläge macht, sonder  gleich mehrere und jeder in eine andere Richtung tendiert.  Ja was denn nun? Mehr härter, mehr housig, mehr Melodie?? Entscheidet Euch mal. Wenn dies der Fall ist, dann ist man entweder im falschen Club oder beim falschen Publikum.

Am allerbesten sind ja noch die Kandidaten, die dann in einem Nebensatz fallen lassen, dass sie ja auch auflegen. Oh, welch Wunder „ein Kollege“. Na, dann ist die Kritik ja noch „gerechtfertigter“. Bei solchen Einwürfen hilft eigentlich nur eins. Weiter auflegen mit dem Publikum kommunizieren und solche Kritiker mit einem Lächeln stehen lassen. Denn diese halten einen Künstler am Mixer nur von seiner Arbeit ab. Denn wer sich auf solch Geschwalle konzentrieren muss, der hat keine Zeit für sein Publikum und die Kommunikation mit diesem ist während eines Sets nun mal das Wichtigste.

Aber man wird es nicht verhindern können. Auch weiterhin werden Gäste “auf ihrem ganz eigenen Film” Acts und DJs mit Wünschen und Anmerkungen nerven. Im Übrigen zielen unsere beiden Aufkleber aus der 2012 Kollektion genau auf diese Thema ab und sind als ein Augenzwinkern zu verstehen. Sollte doch jemand einem Künstler diese unter die Nase halten, als Wegweisung, dann muss wenigstens kein Wort gesprochen werden. Der eine oder andere Act dürfte diese nonverbale Ausdrucksweise zu schätzen wissen.

In diesem Sinne.
Euer Grille

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